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Hyperscaler oder polnische Cloud? Ein Vergleich, den man erst auf der Rechnung sieht

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WebDisk Blog · Kategorie: Public Cloud · Lesezeit: ~9 Minuten

Kurz gefasst:- Die Preisliste der virtuellen Maschinen ist der am wenigsten wichtige Teil des Vergleichs — über die realen Kosten entscheiden Positionen, die im Konfigurator nicht sichtbar sind: ausgehender Datentransfer, Abrechnungswährung und kostenpflichtiger Support.- Bei Hyperscalern kostet der ausgehende Datentransfer über die kostenlosen 100 GB pro Monat hinaus ca. 0,09 USD pro GB (Stand: August 2026). Bei WebDisk ist die Bandbreitennutzung keine separate Position auf der Rechnung.- Es gibt keine einzig richtige Antwort — unten finden Sie 6 Entscheidungskriterien und eine ehrliche Liste von Situationen, in denen der Hyperscaler die bessere Wahl ist.

Ein Unternehmen mit zwanzig Mitarbeitern wählt eine Cloud für seinen Onlineshop. Der Konfigurator des globalen Anbieters zeigt eine Maschine für einige Dutzend Dollar pro Monat — das sieht vergleichbar mit dem Angebot des polnischen Betreibers aus, die Entscheidung scheint Geschmackssache zu sein. Drei Monate später ist die Rechnung doppelt so hoch wie geplant. Niemand hat jemanden betrogen — der Vergleich betraf schlicht eine einzige Rechnungsposition, und die Rechnung hat davon über ein Dutzend.

Dieser Artikel ordnet, was einen Hyperscaler (AWS, Azure, Google Cloud) wirklich von einer polnischen Cloud unterscheidet — mit Zahlen dort, wo Zahlen überprüfbar sind, und ohne vorzugeben, dass eine Antwort für jedes Unternehmen passt. Wir schreiben ihn aus der Perspektive eines polnischen Cloud-Anbieters, deshalb haben wir den Abschnitt „wann der Hyperscaler besser ist" mit besonderer Sorgfalt behandelt — er ist der Ehrlichkeitstest des gesamten Textes.

Der Maschinenpreis ist der Anfang der Rechnung, nicht die ganze Rechnung

Der Vergleich „Instanz bei denen vs. Maschine bei uns" ist ein natürlicher Reflex — und der häufigste Fehler. Der Preis der Rechenleistung ist beim Hyperscaler typischerweise nur ein Teil der monatlichen Kosten. Den Rest steuern Positionen bei, die im Konfigurator leicht zu übersehen sind: ausgehender Datentransfer, öffentliche IP-Adressen, Snapshots, NAT-Gateways, Load Balancer, Monitoring und schließlich der Support-Plan. Jede davon wird bei den globalen Anbietern separat bepreist und wächst separat.

Der praktische Rat ist einfach: Vergleichen Sie nicht Preisliste mit Preisliste, sondern Szenario mit Szenario. Beschreiben Sie Ihren Workload (wie viele vCPU und wie viel RAM, wie viele Daten auf der Festplatte, wie viel ausgehender Traffic pro Monat, ob Sie Support benötigen) und rechnen Sie beide Seiten für einen vollen Monat durch. Erst dann werden die Unterschiede sichtbar — und sie fallen mitunter überraschend groß aus, in beide Richtungen.

Ausgehender Datentransfer: die Position, die still und leise wächst

Das Modell der Hyperscaler ist asymmetrisch: Daten in die Cloud hinein sind kostenlos, Daten aus der Cloud heraus sind pro Gigabyte kostenpflichtig. Bei AWS sind die ersten 100 GB pro Monat kostenlos (insgesamt, für das ganze Konto), oberhalb dieser Schwelle kostet der Transfer ins Internet 0,09 USD pro GB in der ersten Preisstufe — Stand August 2026, Region Frankfurt.

Was bedeutet das in der Praxis? Eine Anwendung, die ihren Nutzern 2 TB pro Monat ausliefert (ein Multimedia-Portal, ein System zum Dateiaustausch, ein beliebter Onlineshop), zahlt allein für den Transfer ca. 170 USD pro Monat — einige Hundert Zloty, je nach Wechselkurs, oft mehr als für die Rechenleistung. Und der ausgehende Traffic ist genau die Komponente, die mit dem Erfolg des Produkts wächst und die sich nicht „optimieren" lässt, ohne den Zugriff der Nutzer auf ihre eigenen Daten einzuschränken.

Bei WebDisk haben wir ein anderes Modell gewählt, das ausdrücklich in der Preisliste steht: „Wir berechnen die Nutzung der gekauften Ressourcen (einschließlich der Bandbreite) nicht". Sie zahlen für die Ressourcen, die Sie kaufen — vCPU, RAM, Speicherplatz — und nicht für jedes ins Internet ausgelieferte Gigabyte. Ehrlicherweise: Das bedeutet keine unbegrenzte Bandbreite; es bedeutet, dass die Bandbreitennutzung keine separate, wachsende Position auf der Rechnung erzeugt. Für Workloads mit viel ausgehendem Traffic — Backup, Medien, Hosting — kann dieser eine Unterschied den gesamten Vergleich entscheiden.

Abrechnungswährung: das Wechselkursrisiko auf Ihrer Rechnung

Die Rechnung vom Hyperscaler kommt in Dollar oder Euro. Das Firmenbudget ist in Zloty. Diese Diskrepanz hat zwei Konsequenzen. Die erste ist buchhalterisch: Die Abwicklung einer Auslandsrechnung (Reverse-Charge-Verfahren bei der Mehrwertsteuer, Wechselkursdifferenzen) bedeutet zusätzliche Arbeit bei jedem Monatsabschluss. Die zweite ist finanziell: Bei einer Rechnung von 4 000 USD pro Monat bedeutet eine Kursänderung um 20 Groszy ca. 800 zł Unterschied — jeden Monat, ohne jede Änderung auf der Infrastrukturseite. Die Planung des jährlichen IT-Budgets erfordert dann eine Prognose des Wechselkurses — also eine Disziplin, die in der Cloud niemand bestellt hat.

Bei WebDisk sind die Preise in Zloty netto und schwanken nicht mit dem Wechselkurs: Cloud PAYG Small kostet 28 zł, Medium 36 zł und Large 73 zł pro Monat (2, 4 bzw. 8 vCPU, 4–16 GB RAM, 50 GB NVMe und eine öffentliche IP-Adresse in jeder Variante; Stand: August 2026). Eine polnische Mehrwertsteuerrechnung erledigt das Thema Buchhaltung in fünf Minuten.

Support: Ingenieur im Preis inbegriffen oder ein Plan für einen Prozentsatz der Rechnung

Bei den globalen Anbietern ist technischer Support ein Produkt: Support-Pläne sind kostenpflichtig, meist als Prozentsatz der Monatsrechnung mit Mindestbeträgen abgerechnet, und die kostenlose Stufe beschränkt sich auf Dokumentation und Foren. Dieses Modell passt zu ihrer Größenordnung — und überhaupt nicht zu einem Unternehmen, das einen einzigen Administrator hat und heute eine Antwort braucht.

Bei WebDisk ist der Support auf Polnisch Teil des Dienstes und keine separate Position in der Preisliste — Sie sprechen mit einem Ingenieur, der Ihre Umgebung sieht, und in Fragen des Datenschutzes haben Sie direkten Kontakt zum Datenschutzbeauftragten (iod@webdisk.io). Ein ehrlicher Kontrapunkt: Der Hyperscaler hat dafür Dokumentation, Community und einen Fundus an Antworten auf Stack Overflow, mit denen kein lokaler Anbieter konkurriert. Wenn Ihr Team ohnehin alles selbst löst, auf Englisch — wiegt dieser Punkt weniger.

Jurisdiktion und DSGVO: Region ist nicht dasselbe wie Recht

Formale DSGVO-Konformität erreichen Sie bei jedem großen Anbieter — Standardvertragsklauseln und EU-Regionen existieren nicht ohne Grund, und wir behaupten nichts anderes. Der Unterschied liegt woanders: in der Länge der Kette, die dokumentiert werden muss. Ein Anbieter mit Hauptsitz außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums unterliegt dem Recht seines Staates, unabhängig davon, wo die Region physisch steht — die Bewertung des Risikos von Datentransfers nach dem Schrems-II-Urteil erfordert daher eine Analyse, die durchgeführt, verteidigt und aktualisiert werden muss.

Ein polnischer Anbieter verkürzt diese Kette auf ein Minimum: WebDisk ist ein Unternehmen polnischen Rechts (Mazura sp. z o.o.), die Daten werden in Europa verarbeitet, und der Auftragsverarbeitungsvertrag sowie die gesamte Dokumentation existieren auf Polnisch. Für öffentliche Aufträge, das Gesundheitswesen oder den Finanzsektor bedeutet das oft den Unterschied zwischen Wochen und Tagen an Konformitätsanalyse — nicht, weil die DSGVO irgendwo „nicht gilt", sondern weil der Nachweis der Konformität weniger Arbeit kostet.

Der Ausstieg aus der Cloud kostet ebenfalls: zwei Arten der Abhängigkeit

Über Vendor Lock-in haben wir einen eigenen Artikel geschrieben — hier nur die Rechnung. Die Abhängigkeit hat eine technische Form (eine Anwendung, die auf den Diensten eines einzelnen Anbieters basiert, muss umgeschrieben werden) und eine wirtschaftliche: Das Herausführen der Daten ist ausgehender Datentransfer, kostenpflichtig pro Gigabyte. 50 TB aus AWS herauszubringen kostet bei den Tarifen von August 2026 rund 4–4,5 Tsd. USD — eine einmalige „Steuer auf die Meinungsänderung", die man vor dem Einstieg kennen sollte, nicht erst beim Ausstieg.

Die beste Versicherung sind Standards: virtuelle Maschinen mit portablen Images, S3-kompatibler Object Storage, Kubernetes. Bei WebDisk ist das das Fundament des Angebots — die Migration von VMware haben wir Schritt für Schritt beschrieben, und der Ausstieg bei uns ist genauso standardisiert wie der Einstieg. Der Anreiz soll aus der Rechnung und der Qualität kommen, nicht aus den Kosten der Trennung.

Wann der Hyperscaler die bessere Wahl ist

Dieser Abschnitt ist der Ehrlichkeitstest dieses Artikels, also keine Ausflüchte — wählen Sie den globalen Anbieter, wenn:

  • Sie Reichweite in vielen Regionen gleichzeitig benötigen — eine Anwendung mit Nutzern auf mehreren Kontinenten erfordert eine Edge-Infrastruktur, die ein lokaler Betreiber nicht aufbauen wird;
  • Ihre Architektur auf Managed Services höherer Abstraktionsebene aufbaut — Data Warehouses, KI-Pipelines, GPU on demand, global verteilte Datenbanken; ein Teil davon hat keine lokalen Entsprechungen;
  • die Last im Minutentakt springt — Skalierung im Sekundentakt und der Markt für Spot-Instanzen sind eine Stärke der Hyperscaler;
  • Sie ein Startup mit Credits vom Anbieter oder vom Accelerator sind — kostenlose Ressourcen verändern die Rechnung am Start;
  • Sie spezifische Zertifizierungen für Märkte benötigen, die nur ein globaler Player bedient.

Die polnische Cloud gewinnt bei konstanter oder vorhersehbarer Last, einem in Zloty geführten Budget, viel ausgehendem Traffic, dem Bedarf an Support auf Polnisch und bei jurisdiktionellen Anforderungen — also in dem Profil, das die meisten polnischen KMU beschreibt.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet der Datentransfer bei WebDisk? Die Bandbreitennutzung wird nicht separat abgerechnet — die Preisliste sagt es ausdrücklich: „Wir berechnen die Nutzung der gekauften Ressourcen (einschließlich der Bandbreite) nicht". Sie zahlen für die gekauften Ressourcen der Maschine, nicht für Gigabytes an Traffic.

Ist die Migration vom Hyperscaler in die polnische Cloud schwierig? Die Standardschicht — virtuelle Maschinen, S3-Speicher, Kubernetes — lässt sich routinemäßig übertragen. Die Kosten sind der einmalige ausgehende Datentransfer beim bisherigen Anbieter sowie das Umschreiben der Elemente, die auf anbieterspezifischen Diensten basieren. Ein guter Plan beginnt mit der Inventarisierung dieser Abhängigkeiten.

Verstoßen AWS oder Azure gegen die DSGVO? Nein — formale Konformitätsmechanismen existieren bei allen großen Anbietern. Der Unterschied betrifft die Kosten des Konformitätsnachweises: Eine kürzere Kette von Beteiligten und die polnische Jurisdiktion vereinfachen die Dokumentation, die Risikobewertung und das Gespräch mit dem Auditor.

Ab welcher Größenordnung „lohnt sich" der Hyperscaler? Es gibt keine Betragsschwelle. Entscheidend ist das Lastprofil: Variabilität, geografische Reichweite und die Abhängigkeit von Managed Services — nicht die Höhe der Rechnung. Es gibt sowohl kleine Projekte, für die der Hyperscaler gerechtfertigt ist, als auch große, die aus reiner Gewohnheit zu viel zahlen.

Kann man beide Ansätze kombinieren? Ja — und das ist oft das vernünftigste Modell: konstanter Workload und Daten in der polnischen Cloud, Spezialdienste beim Hyperscaler. Dazu ein Backup nach der 3-2-1-Regel bei einem anderen Anbieter als die Produktion.

Rechnen Sie Ihr Szenario durch

Der Cloud-Vergleich ist kein Ideologie-Wettbewerb, sondern eine Tabelle mit sechs Zeilen: Rechenleistung, Transfer, Währung, Support, Compliance, Ausstiegskosten. Füllen Sie sie mit Ihrem Workload aus — und wenn Sie möchten, beschreiben Sie uns Ihr Szenario oder prüfen Sie gleich die Konfigurationen und Preise der WebDisk Public Cloud. Wir rechnen ehrlich — einschließlich der Positionen, die der Konfigurator nicht zeigt.